2011/02/20

Wehrkraftzersetzung...

...war früher ein schlimmes Vergehen, das einen in jedem Fall vor das Kriegsgericht und in den allermeisten Fällen um den Kopf brachte. Nun, soweit wollen wir natürlich nicht gehen.

Nichtsdestotrotz fühlt man sich an diesen unseligen Begriff erinnert, wenn man im Handelsblatt liest, dass sich immer weniger Männer für den Soldatenberuf interessieren.

Verwunderlich ist das indes nicht. Ein Blick auf die gerade vergangene Woche genügt: Während in Afghanistan zwei Bundeswehrsoldaten von einem "Kameraden" der afghanischen Armee hinterrücks erschossen und mehrere weitere schwer verletzt wurden, ist man an der "Heimatfront" eifrig mit dem Korrekturlesen der Doktorarbeit des Verteidigungsministers beschäftigt. Vor allem die SZ und der Spiegel sind an vorderster Front aktiv, wenn es um das Auffinden nicht korrekt zitierter Textstellen geht. Soviel Textkritik war selten.

Aber das ist sozusagen nur die Spitze des Eisberges. Wenn bei jedem Schuss, den ein deutscher Soldat abgibt, sofort der Staatsanwalt in der Heimat aktiv wird, dann ist es wirklich besser, man bleibt zu Hause und lebt von Hartz IV, anstatt sich im afghanischen Dreck zu wälzen. Wenn ein befehlshabender Offizier monatelang dafür kritisiert wird, dass er in einer Gefechtssituation Luftunterstützung anfordert, um Gefahren für seine Kameraden abzuwenden, wobei die friedliebenden Kritiker in ihren kuscheligen Redaktionsstuben alle Zeit der Welt haben, um das, was damals innerhalb weniger Minuten geschah, in allen Details zu analysieren, dann ist es in der Tat besser zu sagen: Macht doch Euren Mist alleine!

Und dann können die Pazifisten in der warmen Stube einer friedlichen Zukunft entgegen träumen.

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