Ja, so kann´s gehen. Da lässt der Spiegel seit Jahrzehnten keine Gelegenheit verstreichen, der katholischen Kirche eins auszuwischen, und jetzt fangen sie an, aus der Bibel zu zitieren! Es geschehen eben Zeichen und Wunder!
Doch wer jetzt meint, hier seien ein paar entlaufene Schafe in den Schoß der Kirche zurückgekehrt, der wir hier eines Besseren belehrt. Wäre ja auch erstaunlich, wenn sich die Spiegel-Redakteure nunmehr den Takt aus Rom vorgeben ließen.
Stattdessen stellen die Schreiber wieder einmal ihre ganze Chuzpe unter Beweis. Denn das Bibelzitat dient eigentlich nur als Falle, in die der Islamkritiker Geert Wilders tappen sollte. Einfach großartig, welche Register gezogen werden, wenn es darum geht, Europa vor seiner größten Gefahr - der Islamkritik - zu bewahren! Hier sind wahre Menschenfreunde am Werk!
2010/11/10
2010/11/09
Verfolgungswahn
Auf derstandard.at lesen wir, dass eine Reihe von Aktivisten Anfang Dezember einen Bankencrash hervorrufen wollen. Funktionieren soll das Ganze mittels einer zahlreichen Webgemeinde. Man darf jedenfalls gespannt sein, welche Resonanz dieser Aufruf erfährt. Viel lustiger als diese Meldung war allerdings ein Posting zu diesem Standard-Beitrag, in dem es heißt:
Plan der Amerikaner um Europas Banken endgültig umzubringen?
Genau so muss es wohl sein! Es ist doch alles eine einzige Weltverschwörung der Amerikaner. Bekanntlich gibt es nichts auf dieser Welt, was nicht von der CIA kontrolliert wird. Darum sei an dieser Stelle dem Poster ausdrücklich für sein geheimes Hintergrundwissen gedankt. Ohne ihn wäre die Welt in der Tat ärmer.
Nun könnte man das Ganze unter Schrulligkeiten verbuchen, wenn solche kruden Thesen nicht auch in akademischen Kreisen beheimatet wären. Es darf also auch auf höchster Bildungsebene munter an Verschwörungstheorien gesponnen werden.
2010/11/06
Nochmals Königliches aus Schweden
Wie gut, dass wir Spiegel-Online als moralischen Wegweiser in unserer verkommenen Zeit haben! Ein weiteres Mal geht man dort auf die jüngsten Skandalberichte über das schwedische Königshaus ein. Es wird dabei nichts weniger als das Ende eines royalen Spießertraums verkündet. Ein großes Wort! Was dann folgt, ist ein Meisterstück aus Medienklischees und Halbwissen.
Nicht dass ich irgend welche Sympathien mit Königshäusern hätte. Ob an der Spitze eines Staates ein König, Präsident oder ein anderer Lackaffe sitzt, ist mir in erster Näherung völlig egal. Ebenso ist es mir egal, ob dieser in seiner Jugendzeit oder später irgendwelche Nachtklubs besucht hat. Weniger egal ist mir hingegen, wie das Staatsoberhaupt sein Verhältnis zu anderen Staaten, etwa zu Diktaturen, gestaltet. Andererseits sind die meisten Staatsoberhäupter in unseren Tagen wenig mehr als geschniegelte Repräsentanten der politischen Impotenz. Die Machtfülle in ihren Händen ist in der Regel nicht der Rede wert, wenn man von wenigen Ausnahmen, etwa Frankreich oder die USA absieht.
Doch nun zu den zwei Punkten, die mir in diesem SpOn-Artikel besonders aufgefallen sind. Da ist zum einen die - ja, genau! - Nazi-Nummer, die in keiner, aber auch wirklich keiner Schmutzkübelkampagne fehlen darf. So erfahren wir von unserem fleißigen Schreiber gleichsam en passant, dass die königliche Familie seinerzeit Nazisympathien gehegt haben soll. Aber das ist sozusagen nur ein kleines Sahnehäubchen auf dem Weg zum eigentlichen Skandal, der irgendwo im Rotlichtmilieu angesiedelt ist.
Doch damit ist schon der erste Volltreffer gelandet. Denn wenn man mit Nazisympathien in Verbindung gebracht wird, dann ist man eigentlich schon unten durch. Zwar werden keine Fakten genannt, die diese Behauptung untermauern, aber das braucht es auch gar nicht. Allein der Verdacht genügt.
Nun soll es in den 1930er Jahren etliche Menschen außerhalb Deutschlands gegeben haben, die mit dem Naziregime sympathisiert haben. Und es darf als gewiss gelten, dass auch einige Schweden dabei waren. Nachdem man aber nicht in die Köpfe der Menschen hinein schauen kann, kann man derartige Sympathien eigentlich nur an Worten oder Taten messen. Und wenn wir uns an die Tatsachen halten, fällt auf, dass in Schweden im Jahre 1935 ein Eugenikgesetz in Kraft trat, das sich in der Tat in weiten Teilen an der Ideologie der Nazis orientierte. Behinderte Menschen sollten im Zuge dieses Gesetzes zwangssterilisiert werden, um ihre Fortpflanzung zu verhindern. Eingeführt wurde dieses Gesetz allerdings nicht vom König, sondern von der damals herrschenden sozialdemokratischen Partei. Hier waren also die eigentlichen Brüder im Geiste!
Als nun der Nazispuk nach zwölf (tausendjährigen) Jahren zu Ende ging und sich ganz Europa angewidert von den damit verbundenen Exzessen zeigte, da blieben die schwedischen Eugenikgesetze - weiterhin in Kraft. Und zwar bis 1975. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn eine Partei, die sich in Schweden bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Vorkämpferin des Antifaschismus geriert, derartige Leichen im Keller hat. Das ist in der Tat gelebte Doppelmoral. Verglichen damit sind die angeblichen Nazisympathien des Königshauses eigentlich nur noch zum Lachen.
Ein zweiter Punkt fiel mir noch auf. Es dürfte niemanden vom Hocker reißen, wenn man feststellt, dass Politiker des öfteren nicht konkret auf irgendwelche Fragen antworten, sondern nur leeres Geschwätz absondern. Das ist sozusagen Allgemeinwissen und insofern nicht der Rede wert, wird auch von den Medien in den allermeisten Fällen problemlos akzeptiert. Doch plötzlich, wenn es um das königliche Oberhaupt der Schweden geht, soll alles anderes sein. Hier wird daraus der eigentliche Skandal. Zumindest wenn es nach den selbsternannten Hohepriestern der öffentlichen Moral geht. Man glaubt es kaum, ist doch der Monarch den Fragen der Journalisten eine klare Antwort schuldig geblieben. Das ist nun wirklich nicht hilfreich! Wir aber wollen das Ganze von der positiven Seite sehen: Vielleicht werden ja in Zukunft an alle übrigen Politiker dieselben Maßstäbe angelegt, zumindest wenn es um klare Antworten geht.
Wir warten schon gespannt darauf!
Nicht dass ich irgend welche Sympathien mit Königshäusern hätte. Ob an der Spitze eines Staates ein König, Präsident oder ein anderer Lackaffe sitzt, ist mir in erster Näherung völlig egal. Ebenso ist es mir egal, ob dieser in seiner Jugendzeit oder später irgendwelche Nachtklubs besucht hat. Weniger egal ist mir hingegen, wie das Staatsoberhaupt sein Verhältnis zu anderen Staaten, etwa zu Diktaturen, gestaltet. Andererseits sind die meisten Staatsoberhäupter in unseren Tagen wenig mehr als geschniegelte Repräsentanten der politischen Impotenz. Die Machtfülle in ihren Händen ist in der Regel nicht der Rede wert, wenn man von wenigen Ausnahmen, etwa Frankreich oder die USA absieht.
Doch nun zu den zwei Punkten, die mir in diesem SpOn-Artikel besonders aufgefallen sind. Da ist zum einen die - ja, genau! - Nazi-Nummer, die in keiner, aber auch wirklich keiner Schmutzkübelkampagne fehlen darf. So erfahren wir von unserem fleißigen Schreiber gleichsam en passant, dass die königliche Familie seinerzeit Nazisympathien gehegt haben soll. Aber das ist sozusagen nur ein kleines Sahnehäubchen auf dem Weg zum eigentlichen Skandal, der irgendwo im Rotlichtmilieu angesiedelt ist.
Doch damit ist schon der erste Volltreffer gelandet. Denn wenn man mit Nazisympathien in Verbindung gebracht wird, dann ist man eigentlich schon unten durch. Zwar werden keine Fakten genannt, die diese Behauptung untermauern, aber das braucht es auch gar nicht. Allein der Verdacht genügt.
Nun soll es in den 1930er Jahren etliche Menschen außerhalb Deutschlands gegeben haben, die mit dem Naziregime sympathisiert haben. Und es darf als gewiss gelten, dass auch einige Schweden dabei waren. Nachdem man aber nicht in die Köpfe der Menschen hinein schauen kann, kann man derartige Sympathien eigentlich nur an Worten oder Taten messen. Und wenn wir uns an die Tatsachen halten, fällt auf, dass in Schweden im Jahre 1935 ein Eugenikgesetz in Kraft trat, das sich in der Tat in weiten Teilen an der Ideologie der Nazis orientierte. Behinderte Menschen sollten im Zuge dieses Gesetzes zwangssterilisiert werden, um ihre Fortpflanzung zu verhindern. Eingeführt wurde dieses Gesetz allerdings nicht vom König, sondern von der damals herrschenden sozialdemokratischen Partei. Hier waren also die eigentlichen Brüder im Geiste!
Als nun der Nazispuk nach zwölf (tausendjährigen) Jahren zu Ende ging und sich ganz Europa angewidert von den damit verbundenen Exzessen zeigte, da blieben die schwedischen Eugenikgesetze - weiterhin in Kraft. Und zwar bis 1975. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn eine Partei, die sich in Schweden bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Vorkämpferin des Antifaschismus geriert, derartige Leichen im Keller hat. Das ist in der Tat gelebte Doppelmoral. Verglichen damit sind die angeblichen Nazisympathien des Königshauses eigentlich nur noch zum Lachen.
Ein zweiter Punkt fiel mir noch auf. Es dürfte niemanden vom Hocker reißen, wenn man feststellt, dass Politiker des öfteren nicht konkret auf irgendwelche Fragen antworten, sondern nur leeres Geschwätz absondern. Das ist sozusagen Allgemeinwissen und insofern nicht der Rede wert, wird auch von den Medien in den allermeisten Fällen problemlos akzeptiert. Doch plötzlich, wenn es um das königliche Oberhaupt der Schweden geht, soll alles anderes sein. Hier wird daraus der eigentliche Skandal. Zumindest wenn es nach den selbsternannten Hohepriestern der öffentlichen Moral geht. Man glaubt es kaum, ist doch der Monarch den Fragen der Journalisten eine klare Antwort schuldig geblieben. Das ist nun wirklich nicht hilfreich! Wir aber wollen das Ganze von der positiven Seite sehen: Vielleicht werden ja in Zukunft an alle übrigen Politiker dieselben Maßstäbe angelegt, zumindest wenn es um klare Antworten geht.
Wir warten schon gespannt darauf!
Kriegsberichterstatter
...haben einen gefährlichen Job. Ständig kann irgendwo ein Querschläger oder eine (verirrte) Granate einschlagen, mit unabsehbaren Folgen. Und etliche Kriegsreporter kommen nicht mehr in ihre Heimatredaktion zurück.
Aber müssen diese Leute immer ihr Leben aus Spiel setzen? Nein, nämlich immer dann, wenn man über, sagen wir mal: kriegsähnliche Zustände im eigenen Land berichtet. Das beste Beispiel dafür sind die regelmäßig wiederkehrenden Castor-Transporte, die ebenso regelmäßig einen Polizeieinsatz weit über Divisionsstärke nach sich ziehen.
Und die Medien sind mit dabei, natürlich an vorderster Front. So wartet etwa Spiegel-Online sogar mit einem Liveticker auf. Da wird man hochaktuell über laufende Truppenbewegungen (kilometerlange Traktorkolonne rollt zur Großdemo), vereinzelte Scharmützel und Hinterhalte sowie über Geländegewinne und anhaltenden Widerstand der Guten gegen die Bösen informiert. Wie es sich für eine erstklassige Informationpolitik gehört, wird der Wetterbericht gleich mitgeliefert (13:06 Uhr: Im Wendland kommt die Sonne raus). Wenn das nur kein schlechtes Zeichen ist: Es sollen ja schon Schlachten verloren worden sein, nur weil das Wetter nicht mitspielte. Kurioserweise erinnert einen das Ganze an Meldungen à la Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt. Der dahinter stehende Geist ist, so darf vermutet werden, derselbe.
Für Spannung ist jedenfalls gesorgt. Und dank der Medien sind wir immer an vorderster Front dabei. Und dank der Medien entgeht uns auch kein an irgendwelchen Gleisen Angeketteter. Und dank der Medien wissen wir auch immer zeitnah, welche Straßen gerade von Sitzblockaden geräumt werden müssen. Und dank der Medien bekommen wir so viele authentische Zeugen zu hören, die von ihrem heldenhaften Einsatz berichten (hauptsächlich Demonstranten, Polizisten weniger).
Ja so erzeugt jede Zeit ihre Helden! Wir bleiben dran!
Aber müssen diese Leute immer ihr Leben aus Spiel setzen? Nein, nämlich immer dann, wenn man über, sagen wir mal: kriegsähnliche Zustände im eigenen Land berichtet. Das beste Beispiel dafür sind die regelmäßig wiederkehrenden Castor-Transporte, die ebenso regelmäßig einen Polizeieinsatz weit über Divisionsstärke nach sich ziehen.
Und die Medien sind mit dabei, natürlich an vorderster Front. So wartet etwa Spiegel-Online sogar mit einem Liveticker auf. Da wird man hochaktuell über laufende Truppenbewegungen (kilometerlange Traktorkolonne rollt zur Großdemo), vereinzelte Scharmützel und Hinterhalte sowie über Geländegewinne und anhaltenden Widerstand der Guten gegen die Bösen informiert. Wie es sich für eine erstklassige Informationpolitik gehört, wird der Wetterbericht gleich mitgeliefert (13:06 Uhr: Im Wendland kommt die Sonne raus). Wenn das nur kein schlechtes Zeichen ist: Es sollen ja schon Schlachten verloren worden sein, nur weil das Wetter nicht mitspielte. Kurioserweise erinnert einen das Ganze an Meldungen à la Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt. Der dahinter stehende Geist ist, so darf vermutet werden, derselbe.
Für Spannung ist jedenfalls gesorgt. Und dank der Medien sind wir immer an vorderster Front dabei. Und dank der Medien entgeht uns auch kein an irgendwelchen Gleisen Angeketteter. Und dank der Medien wissen wir auch immer zeitnah, welche Straßen gerade von Sitzblockaden geräumt werden müssen. Und dank der Medien bekommen wir so viele authentische Zeugen zu hören, die von ihrem heldenhaften Einsatz berichten (hauptsächlich Demonstranten, Polizisten weniger).
Ja so erzeugt jede Zeit ihre Helden! Wir bleiben dran!
Wir dürfen uns davon nicht entfernen....
...meinte Kanzlerin Merkel mit Bezug auf die Lebensrealität vieler Menschen in Bild. So weit ist es also schon, dass die politische Kaste nicht einmal mehr bemerkt, wie weit sie sich schon von jenen entfernt hat, um deren Stimmen (euphemistisch: Vertrauen) sie alle paar Jahre wirbt. Gut, bei Wahlen wird noch gelegentlich der Anschein eines wechselseitigen Einverständnisses aufrecht erhalten. Aber ebenso gut könnten die Wähler auch ihre Vertreter auf dem Mars wählen. Deren Verbindung zu dem, was auf der Erde so abgeht, würde sich in diesem Fall nicht allzu sehr von der irdischen Lebensrealität unterscheiden.
2010/11/05
Von Merkel lernen heißt...
Politiker sind viel beschäftige Menschen. Da kann man schon verstehen, dass sie nicht viel zum Lesen kommen. Auch wenn es um Bücher geht, die einen sogar selbst betreffen. Spiegel-Online berichtet über eine neue, nicht autorisierte, Biographie des schwedischen Königs, in der wohl manch unschöne Dinge zu lesen sind. Von Journalisten darauf angesprochen, meinte er, das Buch noch nicht gelesen zu haben. Bis hierher ist er noch auf Augenhöhe mit Angela Merkel, die bekanntlich auch wenig Zeit zum Lesen hat. Allerdings, und hier ist der Unterschied zur deutschen Kanzlerin, hat er tatsächlich vor, den Inhalt des Werkes zu studieren. Man fragt sich, warum er das Buch nicht kurzerhand als nicht hilfreich klassifiziert hat. Aber auch ein König kann noch lernen.
2010/11/04
Good bye, Messias!
Man fragt sich, was interessanter ist: die teilweise panikartigen Kommentare der europäischen Mainstreammedien im Vorfeld der US mid-term elections (Quintessenz: das Schicksal der Welt steht auf dem Spiel, wenn Obamas Demokraten verlieren) oder die unvermeidbare Nachlese hierzu. Als Beispiel sei ein Kommentar der Presse ausgewählt, der Obama als gefallenen Messias sieht.
Zum Glück ist es noch nicht so lange her, dass die letzen Präsidentschaftswahlen geschlagen wurden. In zwei Jahren vergisst man zwar einiges, aber eben doch nicht alles. Und manche der großmäuligen Versprechen aus dem seinerzeitigen Wahlkampf sind immer noch gut im Gedächtnis gespeichert. Mit nüchternem Blick konnte man damals schon problemlos erahnen, dass nicht alle gelegten Eier aus Gold sein würden.
Doch der Glaube versetzt bekanntlich Berge. So sehr war der Großteil dessen, was sich in Europa für intellektuell hält, von dem unerschütterlichen Glauben getragen, dass der schwarze Mann in weißen Haus das Paradies auf Erden bereiten würde. Nun ja, das Paradies hat bislang immer noch auf sich warten lassen. Und dort, wo man meinte, ihm besonders nahe zu sein, wie etwa in der ehemaligen Sowjetunion und ihren Satelliten, erwies es sich stets als irgend etwas zwischen Hölle und perspektivloser Trostlosigkeit.
Doch so unschuldig, wie der Pressekommentar ihn zeichnet, ist der Präsident nicht. Es ist zwar menschlich verständlich, dass er sich in den Sympathiewerten, die seine Ambitionen begleiten, sonnen möchte. Aber es war auch klar, dass er dieses Spektakel der Emotionen und Illusionen weidlich zu nutzen verstand und ihm vielleicht sogar selbst auf den Leim ging. Denn wie konnte jemand, der noch nichts, aber auch gar nichts für den Weltfrieden getan hat, ruhigen Gewissens den Friedensnobelpreis entgegen nehmen? Man konnte zwar mit Recht das Nobelpreiskommittee für einen Traumtänzerklub halten, aber der US-Präsident spielte in diesem unwürdigen Schauspiel eben auch seinen Part.
Illusionen spielen aber auch im Verhältnis Europas zur Tea Party Bewegung eine zentrale Rolle. Der ungeahnte Aufschwung der (erzkonservativen!, was auch sonst!) Tea Party geht in allererster Linie auf die ideologische Ausrichtung der Obama-Administration zurück. Ohne Obamas ambitionierte Projekte, die dem amerikanischen Selbstverständnis zuwider laufen, hätte diese Bürgerbewegung kaum einen Bruchteil ihrer Schlagkraft entwickelt. Darüber dürfen auch die zahlreichen Beckmessereien der MSM nicht hinweg täuschen.
Und so geschah es, dass die Amerikaner etwas taten, das in etlichen Ländern Europas (Griechenland, Frankreich, Österreich, um nur einige zu nennen) völlig undenkbar wäre. Sie stimmten GEGEN eine verstärkte Bevormundung des Bürgers durch den Staat. Sie stimmten FÜR mehr Eigeninitiative und Selbstverantwortung. Und es ist dieses Signal, das wir nicht übersehen sollten und das den Unterschied zwischen Europa (dem alten Kontinent) und Amerika in grellem Licht erscheinen lässt. Das ist es auch, was uns zu denken geben sollte: Die Zukunft gehört - trotz der gegenteiligen Mehrheitsmeinung - immer noch weitaus mehr den Amerikanern als den Europäern.
Zum Glück ist es noch nicht so lange her, dass die letzen Präsidentschaftswahlen geschlagen wurden. In zwei Jahren vergisst man zwar einiges, aber eben doch nicht alles. Und manche der großmäuligen Versprechen aus dem seinerzeitigen Wahlkampf sind immer noch gut im Gedächtnis gespeichert. Mit nüchternem Blick konnte man damals schon problemlos erahnen, dass nicht alle gelegten Eier aus Gold sein würden.
Doch der Glaube versetzt bekanntlich Berge. So sehr war der Großteil dessen, was sich in Europa für intellektuell hält, von dem unerschütterlichen Glauben getragen, dass der schwarze Mann in weißen Haus das Paradies auf Erden bereiten würde. Nun ja, das Paradies hat bislang immer noch auf sich warten lassen. Und dort, wo man meinte, ihm besonders nahe zu sein, wie etwa in der ehemaligen Sowjetunion und ihren Satelliten, erwies es sich stets als irgend etwas zwischen Hölle und perspektivloser Trostlosigkeit.
Doch so unschuldig, wie der Pressekommentar ihn zeichnet, ist der Präsident nicht. Es ist zwar menschlich verständlich, dass er sich in den Sympathiewerten, die seine Ambitionen begleiten, sonnen möchte. Aber es war auch klar, dass er dieses Spektakel der Emotionen und Illusionen weidlich zu nutzen verstand und ihm vielleicht sogar selbst auf den Leim ging. Denn wie konnte jemand, der noch nichts, aber auch gar nichts für den Weltfrieden getan hat, ruhigen Gewissens den Friedensnobelpreis entgegen nehmen? Man konnte zwar mit Recht das Nobelpreiskommittee für einen Traumtänzerklub halten, aber der US-Präsident spielte in diesem unwürdigen Schauspiel eben auch seinen Part.
Illusionen spielen aber auch im Verhältnis Europas zur Tea Party Bewegung eine zentrale Rolle. Der ungeahnte Aufschwung der (erzkonservativen!, was auch sonst!) Tea Party geht in allererster Linie auf die ideologische Ausrichtung der Obama-Administration zurück. Ohne Obamas ambitionierte Projekte, die dem amerikanischen Selbstverständnis zuwider laufen, hätte diese Bürgerbewegung kaum einen Bruchteil ihrer Schlagkraft entwickelt. Darüber dürfen auch die zahlreichen Beckmessereien der MSM nicht hinweg täuschen.
Und so geschah es, dass die Amerikaner etwas taten, das in etlichen Ländern Europas (Griechenland, Frankreich, Österreich, um nur einige zu nennen) völlig undenkbar wäre. Sie stimmten GEGEN eine verstärkte Bevormundung des Bürgers durch den Staat. Sie stimmten FÜR mehr Eigeninitiative und Selbstverantwortung. Und es ist dieses Signal, das wir nicht übersehen sollten und das den Unterschied zwischen Europa (dem alten Kontinent) und Amerika in grellem Licht erscheinen lässt. Das ist es auch, was uns zu denken geben sollte: Die Zukunft gehört - trotz der gegenteiligen Mehrheitsmeinung - immer noch weitaus mehr den Amerikanern als den Europäern.
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