Heute ist der 11. November. Beginn der fünften Jahreszeit für die Deutschen und Ende des 1. Weltkrieges für Engländer und Franzosen. In Belgien ist der 11.11. sogar ein staatlicher Feiertag. An diesem Tag trat also der Waffenstillstand (armistice) entlang der Westfront in Kraft.
Während in Deutschland kaum noch jemand um die Bedeutung dieses Tages weiß, lebt er in der Erinnerung der Völker westlich des Rheins weiter. Viel Zeit ist seither vergangen, und nur an manchen Flecken Flanderns wird man des einstigen Gemetzels gewahr: dort wo, wie in Ypern, die riesigen Soldatenfriedhöfe an jene erinnern, die für ihre Sache kämpften und doch das Ende dieser Sache nicht mehr erlebten.
Aber es ist nicht nur viel Zeit vergangen. Auch die Mentalitäten haben sich geändert. Wer würde heute noch monatelang im Schützengraben hocken wollen und sich mit Artillerie zuhageln lassen? Die Feindbilder, einst lebhaft und allgegenwärtig, sind verschwunden. Auch das ist Europa, abseits aller Rettungspakete und Schuldenkrisen. Wir Europäer schlagen uns nicht mehr die Köpfe ein, und das ist zweifellos eine europäische Erfolgsgeschichte. Gewiss, es liegt vieles im Argen, zu vieles. Aber darum geht es hier nicht, sondern darum, dass jene Millionen, die einst das Schlachtfeld nicht mehr lebend verließen, ein Mentekel hinterließen. Ein Menetekel, das zu einer veränderten Weichenstellung in Europa führte. Zu Wohlstand und Kooperation. Unsere Prosperität, unsere Friedenssattheit fußt gleichsam auf den Gräbern, deren Namen heute niemand mehr kennt. Und genau darum sollten wir sie nicht vergessen- auf beiden Seiten!
2011/11/11
2011/11/10
Ich bin ein Taliban
Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Thilo Sarrazin Recht hatte mit seiner These "Deutschland schafft sich ab", dann dürfte er jetzt endgültig vorliegen: der Bushido-Bambi.
Die Titelzeile stammt übrigens nicht von mir, sondern aus einem Song-Text des Rappers, der den diesjährigen "Bambi für Integration" verliehen bekommt. Mehr über die friedvolle, zart-besaitete Natur dieses Integrationskünstlers, die jedes feinfühlige Bildungsbürgerherz in freudige Erregung versetzt, findet man in einem überaus gelungen Text von Jennifer Nathalie.
Noch Fragen? Ja, eine: Ist Bushido eigentlich ein moderater Taliban?
Die Titelzeile stammt übrigens nicht von mir, sondern aus einem Song-Text des Rappers, der den diesjährigen "Bambi für Integration" verliehen bekommt. Mehr über die friedvolle, zart-besaitete Natur dieses Integrationskünstlers, die jedes feinfühlige Bildungsbürgerherz in freudige Erregung versetzt, findet man in einem überaus gelungen Text von Jennifer Nathalie.
Noch Fragen? Ja, eine: Ist Bushido eigentlich ein moderater Taliban?
2011/11/09
Staatliche Obhut
Kürzlich berichtete ich davon, dass ein schwedisches Gericht keine Volksverhetzung darin erkennen konnte, als ein somalischer Imam öffentlich dazu aufrief, Konvertiten zu ermorden. Bei diesen Dingen herrscht eben in Schweden eine sehr hohe Toleranzschwelle.
Wer nun meint, die Nordlichter nähmen alles so locker, der konnte sich kürzlich vom Gegenteil überzeugen, wie The Local berichtet. Da wurde in staatlich vorauseilender Fürsorge eine intakte Familie auseinander gerissen, mit unabsehbaren Folgen.
Was war geschehen? Nun, wie das oft geschieht, tollen kleine Kinder gerne in den Betten der Eltern herum. So auch in jener Familie, die zwei Töchter, drei und sechs Jahre alt, hat. Dass diese dabei, völlig unabsichtlich, auch mal sensible Körperteile (in diesem Fall des Vaters) in die Finger kriegen, ist wohl nicht ganz zu vermeiden. Die Eltern lösten das Problem, indem sie die hyperaktiven Hände einfach wieder in ungefährliche Regionen abdrängten. Es war also überhaupt nichts passiert, und somit gab es auch keinen Grund, weiter über diesen Sache nachzudenken. Ich nehme mal an, dass es Tausende solcher Fälle gibt.
Als die Mutter wenig später ihrer Schwester von dieser peinlichen Situation erzählte, nahm das Schicksal seinen Lauf. Die Schwester witterte einen Fall von Kindesmissbrauch und informierte sofort das Sozialamt (Socialstyrelsen, was eigentlich so viel heißt wie Sozialleitung, ein sehr vielsagender Name). Die Behörde waltete daraufhin ihres Amtes und nahm die Kinder sofort in Verwahrung, um weitere potentielle Missbräuche auszuschließen. Ermittlungen wegen Kindesmissbrauch wurden eingeleitet.
Selbst als die Ermittlungen keine stichhaltigen Beweise für den ursprünglichen Verdacht lieferten, wurden die Kinder den Eltern nicht zurückgegeben. Es dauerte mehr als zwei Monate, ehe die Familie wieder vereint war.
Und die Moral von der Geschicht: Sie können ruhig im öffentlichen Radio dazu aufrufen, Abtrünnige vom rechten Glauben einen Kopf kürzer zu machen, und niemand wird sie dafür belangen. Aber wehe, sie tollen mit ihren Kindern herum, dann stehen sie schon fast mit einem Bein im Gefängnis, und der Nachwuchs wandert in staatliche Obhut!
Wer nun meint, die Nordlichter nähmen alles so locker, der konnte sich kürzlich vom Gegenteil überzeugen, wie The Local berichtet. Da wurde in staatlich vorauseilender Fürsorge eine intakte Familie auseinander gerissen, mit unabsehbaren Folgen.
Was war geschehen? Nun, wie das oft geschieht, tollen kleine Kinder gerne in den Betten der Eltern herum. So auch in jener Familie, die zwei Töchter, drei und sechs Jahre alt, hat. Dass diese dabei, völlig unabsichtlich, auch mal sensible Körperteile (in diesem Fall des Vaters) in die Finger kriegen, ist wohl nicht ganz zu vermeiden. Die Eltern lösten das Problem, indem sie die hyperaktiven Hände einfach wieder in ungefährliche Regionen abdrängten. Es war also überhaupt nichts passiert, und somit gab es auch keinen Grund, weiter über diesen Sache nachzudenken. Ich nehme mal an, dass es Tausende solcher Fälle gibt.
Als die Mutter wenig später ihrer Schwester von dieser peinlichen Situation erzählte, nahm das Schicksal seinen Lauf. Die Schwester witterte einen Fall von Kindesmissbrauch und informierte sofort das Sozialamt (Socialstyrelsen, was eigentlich so viel heißt wie Sozialleitung, ein sehr vielsagender Name). Die Behörde waltete daraufhin ihres Amtes und nahm die Kinder sofort in Verwahrung, um weitere potentielle Missbräuche auszuschließen. Ermittlungen wegen Kindesmissbrauch wurden eingeleitet.
Selbst als die Ermittlungen keine stichhaltigen Beweise für den ursprünglichen Verdacht lieferten, wurden die Kinder den Eltern nicht zurückgegeben. Es dauerte mehr als zwei Monate, ehe die Familie wieder vereint war.
Und die Moral von der Geschicht: Sie können ruhig im öffentlichen Radio dazu aufrufen, Abtrünnige vom rechten Glauben einen Kopf kürzer zu machen, und niemand wird sie dafür belangen. Aber wehe, sie tollen mit ihren Kindern herum, dann stehen sie schon fast mit einem Bein im Gefängnis, und der Nachwuchs wandert in staatliche Obhut!
2011/11/03
Charlie Hebdo und kein Ende
Wer geglaubt hat, mit dem Brandanschlag auf das Redaktionsbüro auf Charlie Hebdo sei der jüngste Gewaltausbruch sensibler Gemüter zu seinem Höhepunkt, aber auch an sein Ende gekommen, der hat offenbar die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
Denn inzwischen wurde die Website des Magazins charliehebdo.fr gehackt, was türkische Hacker für sich reklamieren. Der Grund: eine Publikation, die "den Glauben und moralische Werte" angreift. Na, was denn sonst!
Übrigens: In der Online-Ausgabe des österreichischen "Qualitätsmediums" Die Presse wird die aktuelle Charlie Hebdo-Geschichte mit keinem Wort erwähnt. Zugegeben, Medienmacher müssen ja nicht unbedingt solidarisch untereinander sein, oder? Und außerdem gibt es ja in Österreich eine Menge Leute, die vielleicht sogar beleidigt sein könnten. Nicht auszudenken, was dann passieren könnte! Na also, dann lieber den Kopf einziehen und - wie man auf österreichisch sagt - Goschn haltn!
Denn inzwischen wurde die Website des Magazins charliehebdo.fr gehackt, was türkische Hacker für sich reklamieren. Der Grund: eine Publikation, die "den Glauben und moralische Werte" angreift. Na, was denn sonst!
Übrigens: In der Online-Ausgabe des österreichischen "Qualitätsmediums" Die Presse wird die aktuelle Charlie Hebdo-Geschichte mit keinem Wort erwähnt. Zugegeben, Medienmacher müssen ja nicht unbedingt solidarisch untereinander sein, oder? Und außerdem gibt es ja in Österreich eine Menge Leute, die vielleicht sogar beleidigt sein könnten. Nicht auszudenken, was dann passieren könnte! Na also, dann lieber den Kopf einziehen und - wie man auf österreichisch sagt - Goschn haltn!
2011/11/02
Wer braucht Terroristen?
Eine rhetorische Frage mit einer klaren Antwort: Niemand!
Trotzdem scheinen sie unser Denken zu beherrschen. Sicherheitsmaßnahmen hier und dort. Kürzlich fiel mir auf dem Wiener Flughafen wieder ein alter Witz von Otto aus den 1970er oder 80er Jahren ein:
Das ist natürlich extrem überspitzt, trifft aber einen wahren Kern. Jeder, aber auch wirklich jeder wird als potentieller Terrorist betrachtet, damit sich diejenigen, die tatsächlich terroristische Absichten hegen, nicht ausgegrenzt fühlen müssen. Also darf jeder an einer Behandlung teilhaben, die einem Verdächtigen vorbehalten sein sollte. Es wird so getan, als umfasse der Kreis der Verdächtigen die Gesamtheit aller Flugreisenden. Schließlich soll es ja keine Sonderbehandlung geben, sondern alle sollen der gleichen Prozedur unterworfen werden.
Wenn wir auf das vergangene Jahrzehnt zurückblicken, dann fällt auf, dass es zwar einige Terroranschläge gegeben hat, die in ihrer weitaus überwiegenden Mehrzahl auf das Konto einer bestimmten ideologischen Strömung geht, deren Namen hier nicht genannt werden soll (potentielle Volksverhetzung!). Das macht aber nichts, denn jeder weiß ohnehin, wer gemeint ist. Das ist dann sozusagen jene Maus, die die Katze der politischen Korrektheit nie zu fassen kriegt. Denn natürlich mag man den Gebrauch des einen oder anderen Wortes per Gesetz verbieten und unter Strafe stellen. Jedoch lassen sich alle Dinge auch mit anderen Namen belegen oder eben süffisant umschreiben, wodurch die gesetzgeberische Absicht wieder unterlaufen wird.
Doch zurück zu den Terroristen, zumal jene einer bestimmten ideologischen Richtung. Es gab in der Tat nicht viele Anschläge in Europa und die Zahl der Opfer hielt sich auch in Grenzen. Im gleichen Zeitraum starben wesentlich mehr Menschen etwa im Straßenverkehr. Statistisch gesehen ist das völlig unzweifelhaft. Aus der Sicht der Statistik ist es eben weitaus wahrscheinlicher, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, als durch einen Selbstmordattentäter. Denken Sie daran, wenn Sie nächstens wieder ins Auto steigen!
Obwohl also die objektive Wirkung terroristischer Aktivitäten vergleichsweise gering ist, ist unsere Angst vor ihnen überproportional groß. Und genau das ist es, worauf es ankommt. Es ist gar nicht entscheidend, ob sich einer oder zehn irgendwo auf einem Flughafen, in einem Zug oder sonstwo in die Luft jagen. Allein die Tatsache, dass es geschehen könnte, schränkt unseren Handlungsspielraum bereits deutlich ein.
Aus der Sicht der Terroristen ist das praktisch eine win-win-Situation: sie sparen sich den Aufwand, Anschläge zu planen und auszuführen, und andererseits versuchen maßgebliche Kräfte in Politik und Medien alles zu vermeiden, was diese potentiellen Bomben jemals aktivieren könnte. Dies entspricht dem, was ich seit vielen Jahren als eine Minimax-Strategie bezeichne: mit minimalem Aufwand das Maximum erreichen. Es bedarf also gar keiner Bomben, Sprengstoffgürtel etc., um die gewünschte Wirkung zu erzielen: Angst, "Respekt" oder das, was von gewissen Leuten dafür gehalten wird, und eine entgegenkommende Haltung.
Als Mao Zedong sich anschickte, die Machthaber Chinas aus ihren Palästen zu entfernen, um seine eigenen Rechtsvorstellungen umsetzen zu können, musste er in einem langjährigen Guerillakrieg noch Hunderttausende eigener Soldaten opfern, ehe er am Ziel war. Heute braucht es keine gut trainierte, kampffähige und vor allem zahlreiche Untergrundarmee mehr, um irgendwann einmal Einfluss auf politische Entscheidungen zu gewinnen. Es genügt vielmehr eine latente Drohung mit isolierten Aktionen, um bereits weitreichende Wirkungen zu entfalten. Und vor allem, je öfter dieses Spielchen funktioniert, umso erfolgreicher wird es. Entscheidend ist nur, den nötigen moralischen Druck aufrechtzuerhalten. Alles andere ergibt sich dann quasi von selbst.
Die Funktionalität der Terroristen ist also wesentlich virtuell. Und ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass diese Strategie noch wesentlich erfolgreicher ist, als eine endlose Reihe von Terroranschlägen. Denn würde es tatsächlich zu ständigen Attacken kommen, dann könnte die Stimmung im Volk schnell umkippen. Das wiederum könnte die langfristigen Ziele nicht nur der Terroristen, sondern auch jener Leute, die ihnen nahe stehen und vielleicht sogar wichtige Funktionen ausüben, empfindlich beeinträchtigen. Insofern ist die virtuelle Drohung einfach effektiver.
Trotzdem scheinen sie unser Denken zu beherrschen. Sicherheitsmaßnahmen hier und dort. Kürzlich fiel mir auf dem Wiener Flughafen wieder ein alter Witz von Otto aus den 1970er oder 80er Jahren ein:
Wenn ich auf den Flughäfen nicht dauernd nach Waffen abgesucht würde, hätte ich überhaupt kein Sexualleben mehr.
Das ist natürlich extrem überspitzt, trifft aber einen wahren Kern. Jeder, aber auch wirklich jeder wird als potentieller Terrorist betrachtet, damit sich diejenigen, die tatsächlich terroristische Absichten hegen, nicht ausgegrenzt fühlen müssen. Also darf jeder an einer Behandlung teilhaben, die einem Verdächtigen vorbehalten sein sollte. Es wird so getan, als umfasse der Kreis der Verdächtigen die Gesamtheit aller Flugreisenden. Schließlich soll es ja keine Sonderbehandlung geben, sondern alle sollen der gleichen Prozedur unterworfen werden.
Wenn wir auf das vergangene Jahrzehnt zurückblicken, dann fällt auf, dass es zwar einige Terroranschläge gegeben hat, die in ihrer weitaus überwiegenden Mehrzahl auf das Konto einer bestimmten ideologischen Strömung geht, deren Namen hier nicht genannt werden soll (potentielle Volksverhetzung!). Das macht aber nichts, denn jeder weiß ohnehin, wer gemeint ist. Das ist dann sozusagen jene Maus, die die Katze der politischen Korrektheit nie zu fassen kriegt. Denn natürlich mag man den Gebrauch des einen oder anderen Wortes per Gesetz verbieten und unter Strafe stellen. Jedoch lassen sich alle Dinge auch mit anderen Namen belegen oder eben süffisant umschreiben, wodurch die gesetzgeberische Absicht wieder unterlaufen wird.
Doch zurück zu den Terroristen, zumal jene einer bestimmten ideologischen Richtung. Es gab in der Tat nicht viele Anschläge in Europa und die Zahl der Opfer hielt sich auch in Grenzen. Im gleichen Zeitraum starben wesentlich mehr Menschen etwa im Straßenverkehr. Statistisch gesehen ist das völlig unzweifelhaft. Aus der Sicht der Statistik ist es eben weitaus wahrscheinlicher, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, als durch einen Selbstmordattentäter. Denken Sie daran, wenn Sie nächstens wieder ins Auto steigen!
Obwohl also die objektive Wirkung terroristischer Aktivitäten vergleichsweise gering ist, ist unsere Angst vor ihnen überproportional groß. Und genau das ist es, worauf es ankommt. Es ist gar nicht entscheidend, ob sich einer oder zehn irgendwo auf einem Flughafen, in einem Zug oder sonstwo in die Luft jagen. Allein die Tatsache, dass es geschehen könnte, schränkt unseren Handlungsspielraum bereits deutlich ein.
Aus der Sicht der Terroristen ist das praktisch eine win-win-Situation: sie sparen sich den Aufwand, Anschläge zu planen und auszuführen, und andererseits versuchen maßgebliche Kräfte in Politik und Medien alles zu vermeiden, was diese potentiellen Bomben jemals aktivieren könnte. Dies entspricht dem, was ich seit vielen Jahren als eine Minimax-Strategie bezeichne: mit minimalem Aufwand das Maximum erreichen. Es bedarf also gar keiner Bomben, Sprengstoffgürtel etc., um die gewünschte Wirkung zu erzielen: Angst, "Respekt" oder das, was von gewissen Leuten dafür gehalten wird, und eine entgegenkommende Haltung.
Als Mao Zedong sich anschickte, die Machthaber Chinas aus ihren Palästen zu entfernen, um seine eigenen Rechtsvorstellungen umsetzen zu können, musste er in einem langjährigen Guerillakrieg noch Hunderttausende eigener Soldaten opfern, ehe er am Ziel war. Heute braucht es keine gut trainierte, kampffähige und vor allem zahlreiche Untergrundarmee mehr, um irgendwann einmal Einfluss auf politische Entscheidungen zu gewinnen. Es genügt vielmehr eine latente Drohung mit isolierten Aktionen, um bereits weitreichende Wirkungen zu entfalten. Und vor allem, je öfter dieses Spielchen funktioniert, umso erfolgreicher wird es. Entscheidend ist nur, den nötigen moralischen Druck aufrechtzuerhalten. Alles andere ergibt sich dann quasi von selbst.
Die Funktionalität der Terroristen ist also wesentlich virtuell. Und ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass diese Strategie noch wesentlich erfolgreicher ist, als eine endlose Reihe von Terroranschlägen. Denn würde es tatsächlich zu ständigen Attacken kommen, dann könnte die Stimmung im Volk schnell umkippen. Das wiederum könnte die langfristigen Ziele nicht nur der Terroristen, sondern auch jener Leute, die ihnen nahe stehen und vielleicht sogar wichtige Funktionen ausüben, empfindlich beeinträchtigen. Insofern ist die virtuelle Drohung einfach effektiver.
2011/10/27
Zitat der Woche
...denn wo gehebelt wird, da fallen Späne.Das Zitat stammt aus Burkhard Müller-Ullrichs kleiner Abhandlung über Geldvermehrung, Liquidität und Hebel. Lesenswert und topaktuell!
2011/10/24
5 Minuten vor dem Abpfiff
... das Spielergebnis vorherzusagen, ist nun wirklich keine Kunst. Insofern erstaunt es, dass so viele Kommentatoren (und Blogger) so erstaunt darüber sind, dass die Islamisten in Tunesien die Wahl gewonnen haben. Jeder Krake hätte das vorhersagen können.
Die Islamisten (moderate, versteht sich) werden also die Macht übernehmen. Und man kann sich schon entspannt darauf vorbereiten, dass exakt das Gleiche in Libyen, Ägypten, Jerusalem (steht zumindest implizit auf der Agenda) geschehen wird. Zugegeben, letzteres Ziel wird den einen oder anderen Märtyrer erfordern, aber was opfert man nicht alles für höhere Ziele!
Viel spannender als diese kurzfristigen Vorhersagen dürfte jedoch die Frage sein, wann es denn endlich in unseren Breiten soweit sein wird. Wir wollen doch den arabischen Frühlingsgefühlen nicht nachstehen. Oder?
Die Islamisten (moderate, versteht sich) werden also die Macht übernehmen. Und man kann sich schon entspannt darauf vorbereiten, dass exakt das Gleiche in Libyen, Ägypten, Jerusalem (steht zumindest implizit auf der Agenda) geschehen wird. Zugegeben, letzteres Ziel wird den einen oder anderen Märtyrer erfordern, aber was opfert man nicht alles für höhere Ziele!
Viel spannender als diese kurzfristigen Vorhersagen dürfte jedoch die Frage sein, wann es denn endlich in unseren Breiten soweit sein wird. Wir wollen doch den arabischen Frühlingsgefühlen nicht nachstehen. Oder?
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