Energie sparen ist eine feine Sache. Es gibt viele Bereiche, wo sich Einsparungen erzielen lassen. Allerdings, das wird in den einschlägigen und wohmeindenden Medienartikeln gerne übersehen, ist das Sparpotenzial nicht beliebig groß. Im Gegenteil, wenn man sich Energieverbrauchsdaten etwas genauer ansieht, merkt man, dass die Effizienz der Energienutzung stetig zunimmt, allerdings mit sinkender Tendenz. Das heißt nichts anderes, als dass die Einsparung einer Kilowattstunde (kWh) in unseren Tagen sehr viel schwieriger ist, als das in den 1980er Jahren der Fall war.
Und so wird munter darauf losfabuliert, welche enormen Mengen an Energie man noch da und dort einsparen könnte. Gemach, gemach, kann man dazu nur sagen. Denn nicht alles, was nach Einsparung aussieht, ist auch eine.
Beispiel gefällig? Nun ja, es gibt da ein funkelnagelneues Wohngebäude in Brüssel, das erst vor wenigen Wochen zum Bezug freigegeben wurde. Das Gebäuse hat zwei Aufzüge. Jeder Aufzug hat eine Anzeigetafel, die dem Benutzer signalisieren soll, in welchem Stockwerk sich der Lift gerade befindet. So weit, so gut. Doch leider leuchtet die Anzeigetafel erst dann auf, wenn der Rufknopf gedrückt wird. Erst dann kann der Benutzer sehen, aus welchem Stockwerk der Lift anrauscht.
Es wäre nun sehr praktisch, auch vom Standpunkt des Energiesparens aus gesehen, im Voraus zu wissen, wo jeder Lift sich befindet. In diesem Fall würde der Benutzer sich klarerweise für den nächstgelegenen entscheiden, was sowohl Zeit als auch Energie sparen würde. Nachdem die Anzeige aber auf Energiesparmodus geschaltet ist, tippt der dumme Mensch also blind und ruft mit 50% iger Wahrscheinlichkeit jenen Lift, der gerade weiter entfernt ist. Das kostet mehr Zeit und mehr Energie. Es soll auch Leute geben, die beide Lifte gleichzeitig rufen, um dann einfach denjenigen zu nehmen, der schneller da ist.
Es dürfte auch dem Leser ohne physikalisches Vorwissen intuitiv klar sein, dass die Bewegung eines größeren Gegenstands (der Lift ist in diesem Fall ein solcher) beträchtlich mehr Energie benötigt als die digitale Anzeige.
Wir haben es hier mit einem sehr schönen Beispiel zu tun, wo der Wille zum Energiesparen in sein glattes Gegenteil umschlägt. Da kann man nur noch sagen: Chapeau!
2014/09/15
2014/09/03
Anmerkungen zur Wettbewerbsfähigkeit
Alle Jahre wieder sorgt der Global Competitiveness Report (GCR) für Schlagzeilen. Das diesjährige Ranking ist hier im Internet zu finden. Die Ergebnisse des Vorjahres sind hier zusammengestellt.
Nun, Rankings sind populär, und ganz nebenbei auch eine gute Einnahmequelle für manche Thinktanks. Entsprechend groß ist die Aufmerksamkeit, die ihnen entgegen gebracht wird.
Es liegt nunmal in der menschlichen Natur, sich mit anderen zu vergleichen. Im Sport ist die Sache relativ einfach: Man lässt Teams oder Einzelsportler gegeneinander antreten, und am Ende des Wettbewerbs hat man einen klaren Sieger. Sofern alles mit rechten Dingen zugegangen ist. In vielen Sportarten gibt es eine Weltrangliste, die üblicherweise etwas stabiler ist als die Ergebnisse einzelner Wettkämpfe.
Viel schwieriger ist es, relativ abstrakte Kriterien zu messen, wie etwa Lebensqualität, Wettbewerbsfähigkeit und andere Dinge. Gleichwohl ist es wünschenswert und bis zu einem gewissen Grad wohl auch notwendig, solche Dinge zu messen. Denn es versteht sich von selbst, dass bestimmte Länder, etwa Österreich und Venezuela, unterschiedlich wettbewerbsfähig sind. Man hätte aber gerne einen Maßstab für diese Verschiedenheit, und der GCR sorgt mit einem Punktesystem dafür, diese Unterschiedlichkeit deutlich zu machen.
Nun steht es mir nicht an, die Methodik des Welwirtschaftsforums (ich halte mich hier an die internationale Abkürzung WEF) zu kritisieren oder gar abzulehnen. Ein ganzes Paket von Faktoren fließt in die Berechnung der Gesamtpunktezahl ein. Dazu gehören Dinge wie: Infrastruktur, Gesundheitswesen, Bildung, Innovation, Effizienz des Arbeitsmarkts etc.
Bei allem Detailreichtum und der unterstellten Sauberkeit der Methodik, die hier nicht in Zweifel gezogen wird, sind dennoch ein paar Worte der Vorsicht angebracht. Bei jedem komplexen Verfahren gibt es eine Reihe von Faktoren, die zwar entscheidend in das Gesamtergebnis einfließen, aber im Endresultat nicht mehr als solche zu erkennen sind. Es ist wie bei einem Kuchen, wo man aus dem essfertigen Stück keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die Zutaten und deren Menge machen kann. Dass Eier drin sind, ist klar. Aber wie viele waren es denn?
Fest steht jedenfalls, dass man aus denselben Faktoren mit einer anderen Gewichtung ein anderes Resultat und vielleicht auch ein anderes Ranking bekommen hätte. Und wer sagt einem, dass gerade diese Gewichtung die optimale ist? Üblicherweise werden diese Verfahren auf ihre Robustheit getestet, um die Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse einigermaßen sicherzustellen. Es wäre ja auch wirklich erstaunlich, wenn sich Schweden plötzlich hinter Burkina Faso befände.
Es gibt auch noch ein anderes Merkmal, das zur Vorsicht rät. Sowohl sämtliche Parameter als auch das Endergebnis werden auf einer Punkteskala von 1 bis 7 (Bestnote) abgebildet. Das hat zwangsläufig zur Folge, dass bei mehr als 140 miteinander verglichenen Staaten den Nachkommstellen eine entscheidende Rolle zukommt. Klar ist 7 besser als 6 und 6 besser als 5. Aber ist 5,42 wirklich spürbar besser als 5,41? Und es sind gerade solche Unterschiede, die ausschlaggebend sind und das Ranking verändern können.
Sehr wir uns ein paar Beispiele an. Ich liste die 10 wettbewerbsfähigsten und einige ausgewählte Länder des jüngsten GCR auf (in Klammern ist die jeweilige Punktezahl aufgeführt). Hinter dem Ländernamen ist das Ranking und die Punktezahl des Vorjahres angegeben:
1 (5,70) Schweiz 1 (5,67)
2 (5,65) Singapur 2 (5,61)
3 (5,54) USA 5 (5,48)
4 (5,50) Finnland 3 (5,54)
5 (5,49) Deutschland 4 (5,51)
6 (5,47) Japan 9 (5,40)
7 (5,46) Hongkong 7 (5,47)
8 (5,45) Niederlande 8 (5,42)
9 (5,41) Vereinigtes Königreich 10 (5,37)
10 (5,41) Schweden 6 (5,48)
21 (5,16) Österreich 16 (5,15)
36 (4,54) Portugal 51 (4,40)
81 (4,04) Griechenland 91 (3,93)
Es ist wie beim Skilaufen. Ein paar hunderstel Sekunden entscheiden über die Platzierung, aber die Top 10 sind allesamt ausgezeichnete Skifahrer.
Ich denke, wir können uns darauf einigen, dass Veränderungen in der 2. Dezimale, also im Hundertstel-Bereich als nicht signifikant anzusehen sind. Aussagekräftiges wird erst ab Veränderungen in der 1. Dezimale produziert. Dann können wir die Veränderungen im Ranking der Top 10 mit einiger Berechtigung als Kinkerlitzchen bezeichnen.
Österreich ist, absolut gesehen, praktisch unverändert geblieben. Angesichts dieser Faktenlage ist es wohl ein wenig übertrieben, wenn die Presse hinausposaunt, Österreichs Wirtschaft verliere an Wettbewerbsfähigkeit. Das klingt schon fast nach Absturz. Zwischen Schweden auf dem 10. Platz und Österreich auf dem 21. liegen nur 0,25 Punkte. Der absolute Unterschied zwischen den Positionen 1 und 10 beträgt hingegen 0,29 Punkte, also grob gesprochen drei Zehntel. Viel deutlicher ist der Abstand in Punkten zwischen Österreich und Portugal (0,62) bzw. Griechenland (1,37), bestimmt keine Vorbilder für die Alpenrepublik, aber auch auf mittlere Sicht keine unmittelbaren Konkurrenten. Hier bewegen wir uns in einer Gegend, wo die Unterschiede spürbar werden.
Es stimmt schon, Österreich ist im Ranking abgerutscht, aber nicht weil es "schlechter" geworden ist, sondern weil andere aufgeholt haben. Wir aollten also die Kirche im Dorf lassen. Es gibt keinen Grund zur Panik. Das soll nicht heißen, dass wir uns gemütlich zurücklehnen sollen. Es gibt vieles zu verbessern. Und bei näherer Betrachtung ist es geradezu ein Wunder, dass das Land angesichts der seit Jahren andauernden politischen Lähmung immer noch so gut drauf ist.
Rankings sind nützlich und interessant, aber wir sollten ihre Beschränktheiten nicht übersehen.
Nun, Rankings sind populär, und ganz nebenbei auch eine gute Einnahmequelle für manche Thinktanks. Entsprechend groß ist die Aufmerksamkeit, die ihnen entgegen gebracht wird.
Es liegt nunmal in der menschlichen Natur, sich mit anderen zu vergleichen. Im Sport ist die Sache relativ einfach: Man lässt Teams oder Einzelsportler gegeneinander antreten, und am Ende des Wettbewerbs hat man einen klaren Sieger. Sofern alles mit rechten Dingen zugegangen ist. In vielen Sportarten gibt es eine Weltrangliste, die üblicherweise etwas stabiler ist als die Ergebnisse einzelner Wettkämpfe.
Viel schwieriger ist es, relativ abstrakte Kriterien zu messen, wie etwa Lebensqualität, Wettbewerbsfähigkeit und andere Dinge. Gleichwohl ist es wünschenswert und bis zu einem gewissen Grad wohl auch notwendig, solche Dinge zu messen. Denn es versteht sich von selbst, dass bestimmte Länder, etwa Österreich und Venezuela, unterschiedlich wettbewerbsfähig sind. Man hätte aber gerne einen Maßstab für diese Verschiedenheit, und der GCR sorgt mit einem Punktesystem dafür, diese Unterschiedlichkeit deutlich zu machen.
Nun steht es mir nicht an, die Methodik des Welwirtschaftsforums (ich halte mich hier an die internationale Abkürzung WEF) zu kritisieren oder gar abzulehnen. Ein ganzes Paket von Faktoren fließt in die Berechnung der Gesamtpunktezahl ein. Dazu gehören Dinge wie: Infrastruktur, Gesundheitswesen, Bildung, Innovation, Effizienz des Arbeitsmarkts etc.
Bei allem Detailreichtum und der unterstellten Sauberkeit der Methodik, die hier nicht in Zweifel gezogen wird, sind dennoch ein paar Worte der Vorsicht angebracht. Bei jedem komplexen Verfahren gibt es eine Reihe von Faktoren, die zwar entscheidend in das Gesamtergebnis einfließen, aber im Endresultat nicht mehr als solche zu erkennen sind. Es ist wie bei einem Kuchen, wo man aus dem essfertigen Stück keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die Zutaten und deren Menge machen kann. Dass Eier drin sind, ist klar. Aber wie viele waren es denn?
Fest steht jedenfalls, dass man aus denselben Faktoren mit einer anderen Gewichtung ein anderes Resultat und vielleicht auch ein anderes Ranking bekommen hätte. Und wer sagt einem, dass gerade diese Gewichtung die optimale ist? Üblicherweise werden diese Verfahren auf ihre Robustheit getestet, um die Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse einigermaßen sicherzustellen. Es wäre ja auch wirklich erstaunlich, wenn sich Schweden plötzlich hinter Burkina Faso befände.
Es gibt auch noch ein anderes Merkmal, das zur Vorsicht rät. Sowohl sämtliche Parameter als auch das Endergebnis werden auf einer Punkteskala von 1 bis 7 (Bestnote) abgebildet. Das hat zwangsläufig zur Folge, dass bei mehr als 140 miteinander verglichenen Staaten den Nachkommstellen eine entscheidende Rolle zukommt. Klar ist 7 besser als 6 und 6 besser als 5. Aber ist 5,42 wirklich spürbar besser als 5,41? Und es sind gerade solche Unterschiede, die ausschlaggebend sind und das Ranking verändern können.
Sehr wir uns ein paar Beispiele an. Ich liste die 10 wettbewerbsfähigsten und einige ausgewählte Länder des jüngsten GCR auf (in Klammern ist die jeweilige Punktezahl aufgeführt). Hinter dem Ländernamen ist das Ranking und die Punktezahl des Vorjahres angegeben:
1 (5,70) Schweiz 1 (5,67)
2 (5,65) Singapur 2 (5,61)
3 (5,54) USA 5 (5,48)
4 (5,50) Finnland 3 (5,54)
5 (5,49) Deutschland 4 (5,51)
6 (5,47) Japan 9 (5,40)
7 (5,46) Hongkong 7 (5,47)
8 (5,45) Niederlande 8 (5,42)
9 (5,41) Vereinigtes Königreich 10 (5,37)
10 (5,41) Schweden 6 (5,48)
21 (5,16) Österreich 16 (5,15)
36 (4,54) Portugal 51 (4,40)
81 (4,04) Griechenland 91 (3,93)
Es ist wie beim Skilaufen. Ein paar hunderstel Sekunden entscheiden über die Platzierung, aber die Top 10 sind allesamt ausgezeichnete Skifahrer.
Ich denke, wir können uns darauf einigen, dass Veränderungen in der 2. Dezimale, also im Hundertstel-Bereich als nicht signifikant anzusehen sind. Aussagekräftiges wird erst ab Veränderungen in der 1. Dezimale produziert. Dann können wir die Veränderungen im Ranking der Top 10 mit einiger Berechtigung als Kinkerlitzchen bezeichnen.
Österreich ist, absolut gesehen, praktisch unverändert geblieben. Angesichts dieser Faktenlage ist es wohl ein wenig übertrieben, wenn die Presse hinausposaunt, Österreichs Wirtschaft verliere an Wettbewerbsfähigkeit. Das klingt schon fast nach Absturz. Zwischen Schweden auf dem 10. Platz und Österreich auf dem 21. liegen nur 0,25 Punkte. Der absolute Unterschied zwischen den Positionen 1 und 10 beträgt hingegen 0,29 Punkte, also grob gesprochen drei Zehntel. Viel deutlicher ist der Abstand in Punkten zwischen Österreich und Portugal (0,62) bzw. Griechenland (1,37), bestimmt keine Vorbilder für die Alpenrepublik, aber auch auf mittlere Sicht keine unmittelbaren Konkurrenten. Hier bewegen wir uns in einer Gegend, wo die Unterschiede spürbar werden.
Es stimmt schon, Österreich ist im Ranking abgerutscht, aber nicht weil es "schlechter" geworden ist, sondern weil andere aufgeholt haben. Wir aollten also die Kirche im Dorf lassen. Es gibt keinen Grund zur Panik. Das soll nicht heißen, dass wir uns gemütlich zurücklehnen sollen. Es gibt vieles zu verbessern. Und bei näherer Betrachtung ist es geradezu ein Wunder, dass das Land angesichts der seit Jahren andauernden politischen Lähmung immer noch so gut drauf ist.
Rankings sind nützlich und interessant, aber wir sollten ihre Beschränktheiten nicht übersehen.
2014/08/27
Ein Kollateralschaden der politischen Korrektheit
... ereignete sich in England. Um nur ja nicht als Rassist zu gelten, haben offenbar etliche Leute es vorgezogen zu schweigen....
Mehr dazu hier und hier.
Die englischen Medien sind hier - wie so oft - etwas weniger heuchlerisch in ihren Aussagen. Auf SPON kommt das R-Wort gar nicht erst vor, obwohl hier ein wesentlicher Schlüssel des ganzen Skandals liegt. Auch wurde sicherheitshalber (?) die Kommentarfunktion deaktiviert.
Mehr dazu hier und hier.
Die englischen Medien sind hier - wie so oft - etwas weniger heuchlerisch in ihren Aussagen. Auf SPON kommt das R-Wort gar nicht erst vor, obwohl hier ein wesentlicher Schlüssel des ganzen Skandals liegt. Auch wurde sicherheitshalber (?) die Kommentarfunktion deaktiviert.
2014/08/25
Menschen gemachtes Klima?
Dieser Tage ließ eine Meldung aufhorchen, die - so scheint es - ein gewichtiges Problem der gängigen Klimaforschung lösen könnte. Unter anderem die BBC berichtete darüber auf ihrer Homepage.
Das Problem ist hinlänglich bekannt, nämlich der seit 15 Jahren währende Stillstand in der Klimaerwärmung. Nach allem, was uns die finanziell bestens ausgestattete Klimaforschung seit Jahrzehnten weis machen will, sollte es eine starke Korrelation zwischen dem CO2-Gehalt in der Atmosphäre und der Globaltemperatur geben. Mit anderen Worten: Wenn der CO2-Gehalt in der Luft ansteigt, nimmt auch die Temperatur zu. So jedenfalls die Theorie. Genau deswegen wird ja auch so viel Aufhebens um die Begrenzung bzw. Verminderung der Kohlendioxidemissionen gemacht.
Nun stiegen in der vergangenen 15 Jahren die CO2-Emissionen munter an, während gleichzeitig die Erdtemperatur nicht folgen wollte. Irgendetwas stimmte also mit den Modellen nicht, die uns bislang das nahe Ende der Zeiten vorhergesagt hatten.
Nun gibt es in solchen Situationen im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, wie die Wissenschaft auf derartige negative Befunde reagieren kann. Sie kann sich a) von der bestehenden Theorie verabschieden und eine gänzlich neue Theorie erschaffen, oder b) versuchen, Zusatzhypothesen zu entwerfen, die die Abweichungen von den Erwartungen erklären, ohne jedoch die ursprüngliche Theorie zu verwerfen.
Die Geschichte der Wissenschaft zeigt ganz eindeutig, dass in der wissenschaftlichen Praxis immer Option b) gewählt wird. Warum ist das so? Nun, Wissenschaftler lieben ihre Theorien. Und sie mögen es im Allgemeinen gar nicht, wenn diese Kinder des Intellekts kritisiert werden.Und schon gar nicht sind sie so streng zu sich selbst und ihren Modellen, wie Karl Popper es gefordert hat, der sinngemäß meinte, jeder Wissenschaftler müsse seine eigenen Theorien so gnadenlos wie möglich nach Schwachstellen durchforsten, weil nur so der Weg zu neuen Entdeckungen offen steht.
Deshalb wird in der Praxis immer so lange an bestehenden Theorien herumgedoktert, bis wirklich gar nichts mehr geht, und eine vollkommen neues Gedankengebäude alles Bestehende über den Haufen wirft. Doch davon sind wir in der Klimaforschung noch ein gutes Stück entfernt.
Zurück zu unserem BBC-Bericht. Gemäß neuen Forschungsergebnissen ist es der Atlantik, der die überschüssige Hitze in der Atmosphäre aufnimmt und sie in größere Tiefen verfrachtet. Dort tief unten sollen sich die aufgewärmten Wassermassen eine Zeit lang aufhalten, bevor sie wieder emporsteigen und den Erwärmungsprozess nicht nur dereinst wieder aufleben lassen, sondern ihn sogar verstärken. Warum das so ist, weiß man zwar noch nicht, aber das kann ja vielleicht später noch kommen.
Zwar beruht diese Hilfshypothese auf einer relativ geringen Zahl von empirischen Daten. Aber nehmen wir mal an, es sei so, wie die Forscher behaupten. Dann ist das, auch wenn die Meldung auf den ersten Blick zur Beruhigung der Klimawissenschaft dient, letztlich doch eine ziemliche Bankrotterklärung derselben. Denn wurde nicht seit Jahrzehnten mit wachsender Vehemenz behauptet, der Einfluss des Menschen auf das Klima sei weitaus stärker als alle natürlichen Einflüsse? Ja, wurde nicht alle natürliche Variabilität als völlig belanglos dargestellt.
Nun wurde also ein natürlicher Faktor entdeckt, der es gleichsam mühelos schafft, die menschlichen Anstengungen zur Erwärmung des Klimas auszuhebeln. Diesen Faktor hatte offenbar niemand auf dem Radar.Auch wenn sich diese Hypothese als nicht tragfähig erweisen sollte, jede andere Erklärung für den ausgebliebeneen Temperaturanstieg wird letztlich auf natürliche Ursachen zrückgreifen müssen.
Wie ernst kann man angesichts dessen in Zukunft Behauptungen nehmen, der Mensch sei in erster Linie für das Klima auf Erden verantwortlich?
Das Problem ist hinlänglich bekannt, nämlich der seit 15 Jahren währende Stillstand in der Klimaerwärmung. Nach allem, was uns die finanziell bestens ausgestattete Klimaforschung seit Jahrzehnten weis machen will, sollte es eine starke Korrelation zwischen dem CO2-Gehalt in der Atmosphäre und der Globaltemperatur geben. Mit anderen Worten: Wenn der CO2-Gehalt in der Luft ansteigt, nimmt auch die Temperatur zu. So jedenfalls die Theorie. Genau deswegen wird ja auch so viel Aufhebens um die Begrenzung bzw. Verminderung der Kohlendioxidemissionen gemacht.
Nun stiegen in der vergangenen 15 Jahren die CO2-Emissionen munter an, während gleichzeitig die Erdtemperatur nicht folgen wollte. Irgendetwas stimmte also mit den Modellen nicht, die uns bislang das nahe Ende der Zeiten vorhergesagt hatten.
Nun gibt es in solchen Situationen im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, wie die Wissenschaft auf derartige negative Befunde reagieren kann. Sie kann sich a) von der bestehenden Theorie verabschieden und eine gänzlich neue Theorie erschaffen, oder b) versuchen, Zusatzhypothesen zu entwerfen, die die Abweichungen von den Erwartungen erklären, ohne jedoch die ursprüngliche Theorie zu verwerfen.
Die Geschichte der Wissenschaft zeigt ganz eindeutig, dass in der wissenschaftlichen Praxis immer Option b) gewählt wird. Warum ist das so? Nun, Wissenschaftler lieben ihre Theorien. Und sie mögen es im Allgemeinen gar nicht, wenn diese Kinder des Intellekts kritisiert werden.Und schon gar nicht sind sie so streng zu sich selbst und ihren Modellen, wie Karl Popper es gefordert hat, der sinngemäß meinte, jeder Wissenschaftler müsse seine eigenen Theorien so gnadenlos wie möglich nach Schwachstellen durchforsten, weil nur so der Weg zu neuen Entdeckungen offen steht.
Deshalb wird in der Praxis immer so lange an bestehenden Theorien herumgedoktert, bis wirklich gar nichts mehr geht, und eine vollkommen neues Gedankengebäude alles Bestehende über den Haufen wirft. Doch davon sind wir in der Klimaforschung noch ein gutes Stück entfernt.
Zurück zu unserem BBC-Bericht. Gemäß neuen Forschungsergebnissen ist es der Atlantik, der die überschüssige Hitze in der Atmosphäre aufnimmt und sie in größere Tiefen verfrachtet. Dort tief unten sollen sich die aufgewärmten Wassermassen eine Zeit lang aufhalten, bevor sie wieder emporsteigen und den Erwärmungsprozess nicht nur dereinst wieder aufleben lassen, sondern ihn sogar verstärken. Warum das so ist, weiß man zwar noch nicht, aber das kann ja vielleicht später noch kommen.
Zwar beruht diese Hilfshypothese auf einer relativ geringen Zahl von empirischen Daten. Aber nehmen wir mal an, es sei so, wie die Forscher behaupten. Dann ist das, auch wenn die Meldung auf den ersten Blick zur Beruhigung der Klimawissenschaft dient, letztlich doch eine ziemliche Bankrotterklärung derselben. Denn wurde nicht seit Jahrzehnten mit wachsender Vehemenz behauptet, der Einfluss des Menschen auf das Klima sei weitaus stärker als alle natürlichen Einflüsse? Ja, wurde nicht alle natürliche Variabilität als völlig belanglos dargestellt.
Nun wurde also ein natürlicher Faktor entdeckt, der es gleichsam mühelos schafft, die menschlichen Anstengungen zur Erwärmung des Klimas auszuhebeln. Diesen Faktor hatte offenbar niemand auf dem Radar.Auch wenn sich diese Hypothese als nicht tragfähig erweisen sollte, jede andere Erklärung für den ausgebliebeneen Temperaturanstieg wird letztlich auf natürliche Ursachen zrückgreifen müssen.
Wie ernst kann man angesichts dessen in Zukunft Behauptungen nehmen, der Mensch sei in erster Linie für das Klima auf Erden verantwortlich?
2014/08/21
Versicherungen
Sicherheit geht uns über alles. Und Versicherungen tragen dazu bei, uns ein Gefühl der Sicherheit zu vermittlen.
In gewissem Sinne ist jede Versicherung eine Art Glücksspiel, bei der es nur einen Gewinner gibt: die Versicherungsgesellschaft. Auch im Lotto landet der Hauptgewinn immer bei der Betreibergesellschaft, während die Zahl der glücklichen (?) Los-Millionäre überschaubar bleibt.
Das Gewinnstreben ist nichts Verwerfliches. Denn es kann niemand ein Interesse daran haben, dass Versicherungen pleite gehen. Wer würde uns sonst vor den existenziellen Risiken bewahren oder zumindest deren Folgen abmildern?
Gehen wir noch ein wenig weiter in unserer Analogie zwischen Glücksspiel und Versicherungen. Bei der Lotterie zahlen viele Leute einen kleinen Obulus, nur damit einige wenige mit einer großen Portion Glück Millionär werden können. Wir nehmen das hin, obowhl wir wissen sollten, dass jeder Teilnehmer auf lange Sicht nur verlieren kann. Denn wäre es anders, würde also jeder Teilnehmer auf lange Sicht letztlich gewinnen, wäre die Statistik der Firmenpleiten wieder um einen Eintrag größer geworden.
Bei der Versicherung verhält es sich so: viele Menschen sind einem bestimmten Risiko ausgesetzt (z. B. Hausbrand). Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Haus einer bestimmten Person abbrennt, relativ gering. Aber innerhalb der Gesamtbevölkerung kommt es doch gelegentlich vor. Man weiß nur nicht im Voraus, wen es treffen wird. Also tun sich die Menschen zusammen, zahlen eine kleine Summe, auf dass demjenigen, den das Schicksal trifft, geholfen wird.
Das ist sinnvoll, denn auch wenn das individuelle Risiko eines Hausbrandes gering ist, so sind die finanziellen Schäden für den Betroffenen immens und können mitunter den Ruin eines Lebens bedeuten.
Die Feuerversicherung ist ein schönes Beispiel, um das Prinzip des Versicherungswesens zu verdeutlichen:
Spiegelbildlich verhält es sich bei der Lotterie mit dem Begriffspaar Chance und Gewinn:
Was passiert aber, wenn sich das Risiko eines Schadensfalles verändert? Nun, wenn das Risiko kleiner wird, also die Zahl der Schadensfälle zurückgeht, sollte auch die Versicherungsprämie sinken. So weit, so trivial. Wird das Risiko allerdings größer, dann werden die Prämien steigen. Das ist unausweichlich, weil dann ja auch die gesamte Schadenssumme zunimmt. Nehmen wir den Extremfall, dass innerhalb kurzer Zeit alle Häuser aller Versicherten abbrennen. Dann bleibt letztlich jeder auf seiner Brandruine sitzen und die Versicherung hat ihre Schutzfunktion verloren. Wer würde auch ein so großes Risiko versichern?
Sehen wir uns ein anderes Beispiel an - die Krankenversicherung. Jeder von uns ist versichert, es gibt ja eine Versicherungspflicht. Aber auch jeder von uns wird irgendwann einmal krank. Und zwar werden mit zunehmendem Alter die Krankheiten schwerer und langwieriger. Die Behandlungskosten steigen also mit dem Alter an. Wenn also der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung zunimmt, muss ein geringerer Anteil jüngerer Menschen für die Behandlungskosten der Rentner aufkommen, die ja ihrerseits aufgrund ihres geringeren Einkommens nicht mehr allein für ihre medizinischen Kosten aufkommen können.
In gewissem Sinne ist die Krankenversicherung also keine echte Versicherung, da ja über kurz oder lang jeder in den Genuss ihrer Leistungen kommt. Im Grunde genommen ist es eine Umverteilung von jenen, die weniger krank sind (also den Jüngeren) zu jenen, die häufiger krank sind (also den Älteren). Das ist per se kein Qualitätsurteil, aber man sollte sich das Ganze vor Augen halten.
Die Krankenversicherung ist sozusagen der Zwilling der Rentenversicherung, wo eine ganz ähnliche Ausgangslage herrscht. Nur ist es hier offensichtlicher. Die demographischen Probleme der nicht mehr allzu fernen Zukunft werden also längst nicht nur auf dem Feld der Renten und Pensionen virulent,. sondern auch im Bereich der Kosten für das Gesundheitssystem.
Hier ticken zwei Zeitbomben - und zwar gleichzeitig.
In gewissem Sinne ist jede Versicherung eine Art Glücksspiel, bei der es nur einen Gewinner gibt: die Versicherungsgesellschaft. Auch im Lotto landet der Hauptgewinn immer bei der Betreibergesellschaft, während die Zahl der glücklichen (?) Los-Millionäre überschaubar bleibt.
Das Gewinnstreben ist nichts Verwerfliches. Denn es kann niemand ein Interesse daran haben, dass Versicherungen pleite gehen. Wer würde uns sonst vor den existenziellen Risiken bewahren oder zumindest deren Folgen abmildern?
Gehen wir noch ein wenig weiter in unserer Analogie zwischen Glücksspiel und Versicherungen. Bei der Lotterie zahlen viele Leute einen kleinen Obulus, nur damit einige wenige mit einer großen Portion Glück Millionär werden können. Wir nehmen das hin, obowhl wir wissen sollten, dass jeder Teilnehmer auf lange Sicht nur verlieren kann. Denn wäre es anders, würde also jeder Teilnehmer auf lange Sicht letztlich gewinnen, wäre die Statistik der Firmenpleiten wieder um einen Eintrag größer geworden.
Bei der Versicherung verhält es sich so: viele Menschen sind einem bestimmten Risiko ausgesetzt (z. B. Hausbrand). Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Haus einer bestimmten Person abbrennt, relativ gering. Aber innerhalb der Gesamtbevölkerung kommt es doch gelegentlich vor. Man weiß nur nicht im Voraus, wen es treffen wird. Also tun sich die Menschen zusammen, zahlen eine kleine Summe, auf dass demjenigen, den das Schicksal trifft, geholfen wird.
Das ist sinnvoll, denn auch wenn das individuelle Risiko eines Hausbrandes gering ist, so sind die finanziellen Schäden für den Betroffenen immens und können mitunter den Ruin eines Lebens bedeuten.
Die Feuerversicherung ist ein schönes Beispiel, um das Prinzip des Versicherungswesens zu verdeutlichen:
- ein geringes individuelles Risiko für das Eintreten eines Schadens
- ein hoher finanzieller Verlust im Schadensfall für das Individuum
Spiegelbildlich verhält es sich bei der Lotterie mit dem Begriffspaar Chance und Gewinn:
- eine geringe individuelle Chance auf einen Hauptgewinn
- ein hoher finanzieller Gewinn für den mit den richtigen Zahlen
Was passiert aber, wenn sich das Risiko eines Schadensfalles verändert? Nun, wenn das Risiko kleiner wird, also die Zahl der Schadensfälle zurückgeht, sollte auch die Versicherungsprämie sinken. So weit, so trivial. Wird das Risiko allerdings größer, dann werden die Prämien steigen. Das ist unausweichlich, weil dann ja auch die gesamte Schadenssumme zunimmt. Nehmen wir den Extremfall, dass innerhalb kurzer Zeit alle Häuser aller Versicherten abbrennen. Dann bleibt letztlich jeder auf seiner Brandruine sitzen und die Versicherung hat ihre Schutzfunktion verloren. Wer würde auch ein so großes Risiko versichern?
Sehen wir uns ein anderes Beispiel an - die Krankenversicherung. Jeder von uns ist versichert, es gibt ja eine Versicherungspflicht. Aber auch jeder von uns wird irgendwann einmal krank. Und zwar werden mit zunehmendem Alter die Krankheiten schwerer und langwieriger. Die Behandlungskosten steigen also mit dem Alter an. Wenn also der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung zunimmt, muss ein geringerer Anteil jüngerer Menschen für die Behandlungskosten der Rentner aufkommen, die ja ihrerseits aufgrund ihres geringeren Einkommens nicht mehr allein für ihre medizinischen Kosten aufkommen können.
In gewissem Sinne ist die Krankenversicherung also keine echte Versicherung, da ja über kurz oder lang jeder in den Genuss ihrer Leistungen kommt. Im Grunde genommen ist es eine Umverteilung von jenen, die weniger krank sind (also den Jüngeren) zu jenen, die häufiger krank sind (also den Älteren). Das ist per se kein Qualitätsurteil, aber man sollte sich das Ganze vor Augen halten.
Die Krankenversicherung ist sozusagen der Zwilling der Rentenversicherung, wo eine ganz ähnliche Ausgangslage herrscht. Nur ist es hier offensichtlicher. Die demographischen Probleme der nicht mehr allzu fernen Zukunft werden also längst nicht nur auf dem Feld der Renten und Pensionen virulent,. sondern auch im Bereich der Kosten für das Gesundheitssystem.
Hier ticken zwei Zeitbomben - und zwar gleichzeitig.
2014/08/04
Polnisches Gemüse
Es gibt im Englischen den wunderbaren Ausdruck blessing in disguise. Gemeint ist damit, dass eine Sache auf den ersten Blick wie ein großes Übel aussieht, sich bei näherer Betrachtung (und auf lange Sicht) jedoch als ein unerwarteter Segen erweist.
Die Ukraine-Krise hat auf jeden Fall das Potenzial, dieser Redensart Ehre zu machen. Wie das?
Nun, kürzlich wurden verschärfte Sanktionen gegen Russland verhängt. Welch grauenhafte Auswirkungen dies auf das Leben der kleinen Leute in Putins Reich hat, kann man u.a. hier nachlesen.
Es ist bestimmt nur ein Zufall, aber gerade jetzt haben die Russen erhöhte Pestizidwerte in polnischem Gemüse gefunden. Klar, dass die dann ihre Gemüseimporte aus Polen erst mal aussetzen müssen. Für die örtliche Landwirtschaft ist diese Nachricht ein herber Schlag. Auch kleine Leute.
Jedoch ergibt sich bei genauerer Betrachtung ein anderes Bild. So eröffnet sich uns, also den Nicht-Polen, nunmehr die Möglichkeit, mehr (polnisches) Gemüse zu essen. Wir ernähren uns gesünder, machen öfters mal einen Veggie-Day, senken unsere Blutfettwerte und helfen nebenbei noch der polnischen Landwirtschaft, die sonst auf einem geschätzten Verlust von 1 Mrd. € sitzenbleiben würde.
Alles in allem, ein klarer Fall von blessing in disguise.
Wenn da nur nicht diese Pestizide wären....
Die Ukraine-Krise hat auf jeden Fall das Potenzial, dieser Redensart Ehre zu machen. Wie das?
Nun, kürzlich wurden verschärfte Sanktionen gegen Russland verhängt. Welch grauenhafte Auswirkungen dies auf das Leben der kleinen Leute in Putins Reich hat, kann man u.a. hier nachlesen.
Es ist bestimmt nur ein Zufall, aber gerade jetzt haben die Russen erhöhte Pestizidwerte in polnischem Gemüse gefunden. Klar, dass die dann ihre Gemüseimporte aus Polen erst mal aussetzen müssen. Für die örtliche Landwirtschaft ist diese Nachricht ein herber Schlag. Auch kleine Leute.
Jedoch ergibt sich bei genauerer Betrachtung ein anderes Bild. So eröffnet sich uns, also den Nicht-Polen, nunmehr die Möglichkeit, mehr (polnisches) Gemüse zu essen. Wir ernähren uns gesünder, machen öfters mal einen Veggie-Day, senken unsere Blutfettwerte und helfen nebenbei noch der polnischen Landwirtschaft, die sonst auf einem geschätzten Verlust von 1 Mrd. € sitzenbleiben würde.
Alles in allem, ein klarer Fall von blessing in disguise.
Wenn da nur nicht diese Pestizide wären....
2014/07/23
Warum habt Ihr nichts getan?
So lautet seit Jahrzehnten der Standardvorwurf der Nachgeborenen an die Generation der Großväter, wenn es um die Vertreibung und Vernichtung der Juden während der NS-Zeit geht. Unzählige Mahnmale, Museen, Gedenkveranstaltungen hat Europa seit jenen dunklen Tagen gesehen. Und man konnte meinen, dass dieser Gedenkmarathon mit dem ominösen "Nie wieder!" eigentlich Früchte tragen müsste.
Doch weit gefehlt. Inzwischen werden Juden wieder gejagt in Europa. Und im Gegensatz zu den 1930er Jahren können wir es live im Fernsehen oder auf YouTube mitverfolgen. Diesmal wird es also viel schwieriger zu sagen: Wir haben nichts gewusst.
Und diejenigen, die normalerweise an vorderster Front die Schatten der Vergangenheit heldenmutig bekämpfen, die Politiker also, stellen ihr Versagen angesichts eines gewalttätigen Mobs "mit Hintergrund" offen zur Schau. Die Falle der politischen Korrektheit schnappt nunmehr zu. Während es bei dumpfbackgien Neonazis ein Leichtes ist, sich zum Retter der Welt aufzuschwingen (es gibt ja, zum Glück, nur sehr wenige davon), sieht die Sache bei einer Bevölkerungsgruppe, deren demographisches Gewicht im Zunehmen begriffen ist und deren Wählerstimmen gerne gefragt sind, schon ganz anders aus.
Jeder deutsche Michel, der irgendwo Unbotmäßiges von sich gibt, bekommt sofort die volle Härte des Gesetzes zu spüren. Wenn es sich aber um Leute "mit Hintergrund" handelt, dann dürfen die schon mal ein Polizeimikrofon benutzen, ohne dass es Konsequenzen gibt. Man stelle sich vor, so etwas wäre bei einer Demonstration von Neonazis geschehen - der Rücktritt des Innenministers wäre das mindeste, von Lichterketten und sonstigem Brimborium ganz zu schweigen.
Ein Gespenst geht um in Europa. Es sieht nicht gut aus, was sich da zusammenbraut. Werden wir in ein paar Jahren an die heute Verantwortlichen die Frage stellen müssen: Warum habt Ihr nichts getan?
Doch weit gefehlt. Inzwischen werden Juden wieder gejagt in Europa. Und im Gegensatz zu den 1930er Jahren können wir es live im Fernsehen oder auf YouTube mitverfolgen. Diesmal wird es also viel schwieriger zu sagen: Wir haben nichts gewusst.
Und diejenigen, die normalerweise an vorderster Front die Schatten der Vergangenheit heldenmutig bekämpfen, die Politiker also, stellen ihr Versagen angesichts eines gewalttätigen Mobs "mit Hintergrund" offen zur Schau. Die Falle der politischen Korrektheit schnappt nunmehr zu. Während es bei dumpfbackgien Neonazis ein Leichtes ist, sich zum Retter der Welt aufzuschwingen (es gibt ja, zum Glück, nur sehr wenige davon), sieht die Sache bei einer Bevölkerungsgruppe, deren demographisches Gewicht im Zunehmen begriffen ist und deren Wählerstimmen gerne gefragt sind, schon ganz anders aus.
Jeder deutsche Michel, der irgendwo Unbotmäßiges von sich gibt, bekommt sofort die volle Härte des Gesetzes zu spüren. Wenn es sich aber um Leute "mit Hintergrund" handelt, dann dürfen die schon mal ein Polizeimikrofon benutzen, ohne dass es Konsequenzen gibt. Man stelle sich vor, so etwas wäre bei einer Demonstration von Neonazis geschehen - der Rücktritt des Innenministers wäre das mindeste, von Lichterketten und sonstigem Brimborium ganz zu schweigen.
Ein Gespenst geht um in Europa. Es sieht nicht gut aus, was sich da zusammenbraut. Werden wir in ein paar Jahren an die heute Verantwortlichen die Frage stellen müssen: Warum habt Ihr nichts getan?
Subscribe to:
Posts (Atom)